Kinderfreundliche Cafés in Zürich
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Kinderfreundliche Cafés in Zürich – es gibt sie

Langsam wird’s wieder kühler draussen und ich kriege Lust auf gemütliche Tage im Café. Latte schlürfen, ein gutes Buch lesen, im Sessel versinken.

Ou halt, ich habe ja Kinder. Da ist das mit dem gemütlichen Café-Nachmittag nicht mehr so einfach. Denn erstens langweilen sich die lieben Kleinen recht schnell bei meinem Lieblingsprogramm und zweitens ist Zürich nicht gerade bekannt für seine kinderfreundlichen Kaffeehäuser.

Aber nach vier Jahren intensiver Recherche kann ich sagen: Es gibt sie tatsächlich, die Zürcher Cafés, in denen Eltern und ihr Nachwuchs willkommen sind. Wo Kinder auch mal etwas lauter sein dürfen und Eltern vor allem praktische Helferlein wie Spielkisten, Bilderbücher und Wickeltische finden.

Kafi Freud beim Milchbuck

Das Kafi Freud hat sich zu meinem absoluten Lieblingscafé gemausert. Weil es einfach Platz für jedermann hat – Studis, Handwerker, ältere Semester, Arbeitswütige und Eltern mit ihren (Klein)Kindern.

Im Freud könnt ihr drinnen und draussen sitzen, es gibt köstlichen Kaffee, noch köstlichere Kuchen, hausgemachten Eistee und warmen Zmittag.

Auf der Sofaecke lässt es sich prima rumgammeln und lesen, eine kleine Auswahl an Kinderbüchern steht im Regal. Zudem hat es einen Sack mit Brio-Bahn und Duplo.

Stillen ist ausdrücklich erlaubt, Wickeltisch und Babystühle gibt’s auch und als ich mal keine Windeln dabei hatte, hat mir der Chef höchstpersönlich eine besorgt im Coop nebendran.

Tramhaltestelle Guggachstrasse, Tram 14 und 7, Kafi Freud

Tibits im NZZ-Bistro im Seefeld

Alles andere als ein Geheimtipp, aber trotzdem immer wieder einen Besuch wert. Weil es so gut liegt: Nahe beim See zum Enten und Schwäne gucken, gleich neben dem Sechseläutenplatz zum Energie loswerden auf dem Laufvelo und mit dem ÖV auf zweiundsiebzig Arten erreichbar.

Im Tibits gibt’s leckere Kleinigkeiten zu essen, Kaffee, Tee und gratis Hahnenburger, eine kleine Spielecke, Kinderstühle und Wickeltisch.

An regnerischen Sonntagen und zur Mittagszeit ist das Tibits rappelvoll, besser man kommt an einem Vormittag unter der Woche.

Tramhaltestelle Opernhaus, Tram 4 und 2 (oder Bahnhof Stadelhofen, Bellevue mit x S-Bahnen, Tram, Bus), Tibits Bistro

Migros- und Coop-Restaurant

Auch hier muss man nicht dringend um die Mittagszeit aufkreuzen, wenn alle Büezer und Bürogummis Hunger haben. Aber für einen Kaffee und eine kleine Spieleinheit zwischendurch ist es super geeignet.

Die Restaurants haben oft einen kleinen Indoor-Spielplatz, auf dem sich der Nachwuchs eine Zeitlang amüsieren kann. Im Migros-City hat es sogar draussen auf der Terrasse ein Klettergerüst. Babystühle und Wickeltische bzw. –räume sind auch vorhanden.

Essen und trinken kann man hier nach Lust und Laune, der Kaffee ist nicht schlecht und die Kuchenauswahl meist gross.

Grosser Nachteil: Es hat meist noch viele andere Kinder auf den Mini-Spielplätzen und es dauert nicht lange, bis sich zwei oder mehr der Zwerge kloppen. Und dann heisst’s Kaffee hinstellen und in irgendeinen engen Unterschlupf kriechen, um die Streitgüggel zu trennen.

Zum Beispiel: Migros-City, Migros Talwiese in Wiedikon, Coop St. Annahof und Bellevue.

Des Amis bei der Kronenwiese

Nicht mehr ganz in der Innenstadt, aber auch noch nicht voll im Quartier: Das Des Amis bei der Kronenwiese. Auch hier ist das Publikum durchmischt, und auch hier hat es draussen und drinnen genügend Platz.

Die Speisekarte ist recht vielseitig und nicht unbedingt kindertauglich, dafür aber sehr lecker. Ich füttere meinen Kindern dann meist sowas Gesundes wie Crèpes, nacktes Brot und Schoggikuchen 😉

Drinnen könnt ihr leicht erhöht auf Sofas sitzen und mit den Kindern Bücher anschauen. Wickeltisch und Babystühle sind vorhanden und wenn’s gar nicht mehr geht, dann zieht man rüber ins GZ Schindlergut.

Bushaltestelle Nordstrasse, Bus 46 und 32, Café Des Amis

Alle Gemeinschaftszentren (GZ)

Was würden wir nur ohne die GZ tun? «Wämmer no chli is GZ?» ist wohl der häufigste Satz in unserer Familie – und ich bin sicher, das ist nicht nur bei uns so. Denn die GZ sind einfach unglaublich praktisch für Familien.

Hier gibt es kleine Cafés, Wickeltische, Spielecken, ganze Spielräume, Rutschen, Gireitsli, Sandkästen, manchmal sogar einen kleinen Zoo mit Eseln, Ponys, Ziegen und Lamas, Babystühle und und und.

Unsere Lieblings-GZ sind das GZ Buchegg (weil so schön gross), das GZ Schindlergut (weil man direkt neben dem Sandkasten Kaffee holen kann), das GZ Wipkingen (weil der Spielplatz mega geil ist), das GZ Wollishofen (weil am See) und das GZ Bachwiesen (weil mega weitläufig und mit Bach).

Zürcher Gemeinschaftszentren

Kafi für Dich

Noch so ein Klassiker: Das «für Dich» bei der Bäckeranlage. Auch hier werden (fast) alle glücklich: Hungrige, Kaffeedurstige, Bierliebhaber, Brunch-Afficionados. Und Eltern mit ihren Kindern.

Denn hier gibt es eine grosse Lounge mit einer riesigen Wandtafel, auf der sich kleine Künstler austoben dürfen. Zudem ein Schaukelpferd, Bilderbücher und zwei Kisten voll Spielzeug.

Essen kann man hier auch nicht schlecht und die Quiches, Kuchen und Mittagsmenüs sind auch für Kinder gut geeignet. Grosser Nachteil: Den Kinderwagen muss man die Treppe beim Eingang hochwuchten oder gleich draussen stehen lassen.

Bäckeranlage, Helvetiaplatz, Bus 32, Tram 8, Bus 31, Kafi Für Dich

Gnädinger am Schaffhauserplatz

Das Gnädinger ist eine Institution. Und weil es die Bäckerei-Konditorei mit Café-Restaurant schon so lange gibt, ist sie bei eher älteren Menschen auch sehr beliebt.

Wenn ihr als junge Eltern mit Kindern das Gnädinger besucht, dann drückt ihr den Altersdurchschnitt etwas runter und kriegt dafür ganz viele «Jööö»- und «Gnüssed Sie’s»-Rufe von älteren Damen und Herren geschenkt. Mir hat ein Senior mal ernsthaft dazu gratuliert, als ich meinen Sohn stillte 😉

Das Gnädinger ist aber nicht nur Senioren-, sondern auch überaus kinderfreundlich. Eine kleine Spielecke, Babystühle, Schnabelbecher und Wickeltisch sind Zeugen davon.

Schaffhauserplatz, Tram 7, 11, 14, 15 und Bus 33, Gnädinger

Generelles zum Thema Kinder in Cafés

Eltern mit Kindern haben genauso ein Bedürfnis und das Recht, ein paar Stunden (ok, meist eher Minuten) in einem Café zu verbringen wie alle anderen auch.

Und Eltern mit Kindern haben genauso die Pflicht, auf andere Besucher Rücksicht zu nehmen wie alle anderen auch. Auch wenn sie täglich Höchstleistungen erbringen und dafür nicht allzu viel Anerkennung bekommen.

Darum: Kinder dürfen Kinder sein und auch mal etwas lauter und wilder als die übrigen Café-Besucherinnen. Wenn die Rasselbande aber komplett durchdreht, dann, liebe Mit-Eltern, müssen wir den Tatsachen ins Auge blicken: Heute ist kein Café-Tag. Also raus auf den Spielplatz oder in den Park und ein andermal wiederkommen.

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