Winterferien in Maloja mit Kleinkind – mit Packliste

Morgens lange schlafen, ausgiebig zmörgelen und kurz nach dem Mittag auf die Piste – natürlich nur bei Sonnenschein, sonst direkt in den Après-Ski. So sahen bislang perfekte Winterferien für mich aus.

Seit wir ein Kind haben, sieht unser Tagesablauf in den Winterferien etwas anders aus. Andrea Jansen von Any Working Mom bringt es auf den Punkt: Die Winterferien heissen in der Schweiz nicht umsonst «Sportferien»: Man kommt bei Winterferien mit Kindern gehörig ins Schwitzen. Das fängt an beim Schleppen des Gepäcks, geht weiter beim Rennen auf den Anschlusszug in Landquart und ist beim täglichen Kampf ums Jacke-Schal-Händsche-Skihosen-Anziehen noch lange nicht fertig.

Damit es nicht allzu stressig wird, haben wir unten einige Tipps für eine entspannte Reise und einen relaxten Aufenthalt auf Lager. Zuerst aber einmal ein kleiner Reisebericht.

Maloja, Bergell und Engadin

Zum zweiten Mal verschlägt es uns in das kleine Dorf Maloja. Maloja ist mit ca. 300 Einwohnern sehr klein, dank seiner Lage aber doch sehr interessant. Politisch gehört Maloja nämlich zum Bergell, geografisch aber zum Engadin. So hört man hier immer wieder drei Sprachen: Italienisch, romanisch und deutsch. Maloja liegt auf 1800 Metern direkt am Silsersee. Dieser ist im Winter zugefroren und man kann auf dem See spazieren und langläuflen (ich finde die Vorstellung, dass unter mir eiskaltes Wasser ist, etwas spooky, doch es ist absolut safe).

Wir schnallen also das Kind auf den Schlitten, zwingen ihm die Sonnenbrille auf und spazieren inmitten von zig langlauffahrenden Rentner über den Silsersee Richtung Isola. Isola ist ein kleiner Weiler am Silsersee, nur zu Fuss erreichbar und ein romantischer kleiner Ort. In Isola gibt es einige Häuser und das Restaurant Lagrev, das lange als Geheimtipps galt, heute aber sehr gut besucht wird. Nichtsdestotrotz ist ein gemütlicher Ort, um etwas Kleines zu essen – beispielsweise Bergeller Wurst, Polenta oder hausgemachte Kuchen. Der Spaziergang von Maloja nach Isola dauert eine gute Stunde.

Luftig leichte Pizza und süffig süsser Dessertwein

Am Abend gehen wir zu fünft – mit Kind und Schwiegereltern – ins Restaurant. Im Piz-Tex-Mex Pöstli gibt es mexikanische Spezialitäten und Pizza mit hauchdünnem Teig. Das Kind lässt sich Ravioli mit Spinat schmecken und wir loben mit vollem Mund unsere Pizzen, sie sind wirklich hervorragend. Mit vollem Bauch wird das Kind schnell quengelig und will spielen, was für ein Glück, dass in diesem Moment eine italienische Grossfamilie am Nebentisch Platz nimmt und unseren Knirps mit lautem Gelächter und sogar Gesangseinlagen unterhält.

Am nächsten Tag geht es kulinarisch weiter: Wir schlagen uns am Frühstücksbuffet im Hotel Schweizerhaus die Bäuche voll. Danach kugeln wir ins Spielzimmer, eine wirklich geniale Einrichtung mit Duplo, Spielzeugeisenbahn und vielem mehr. Unser Kind fühlt richtig wohl und amüsiert sich über eine Stunde, während wir das üppige Frühstück verdauen und die Aussicht auf die Bergwelt geniessen.

Nach dem Mittagsschlaf trauen wir uns endlich raus an die Sonne und gehen schlitteln. Vater und Sohn haben grosse Freude an der Abfahrt, während Mama auf einem Bank die Sonnenstrahlen geniesst.

Den Abend lassen wir zu zweit im Restaurant des Schweizerhaus ausklingen, das Kind wird von den Grosseltern betreut. Wie schon das Frühstück ist auch das Abendessen überaus lecker. Wir geniessen Bündnerfleisch-Carpaccio und einen grossen Salat zur Vorspeise und zum Hauptgang Wildschweinpiccata und Kalbspaillard vom Grill. Zum Nachtisch gönnen wir uns ein Glas des empfohlenen Dessertwein und jauchzen innerlich über diesen klebrig-feinen Abschluss.

Tiefer Nebel bringt Tiefenentspannung

Am nächsten Tag profitieren wir noch einmal vom Hütedienst der Grosseltern und gehen nach St. Moritz ins Wellness. Draussen stürmts und schneits. Das Hallenbad Ovaverva verfügt neben Schwimmbecken, Kinderbecken, Wasserrutschen und Aussenwhirlpool auch über einen Spabereich mit Saunen, Ruheräumen, Jacuzzi und Dampfbad. Dank der freundlichen Mitarbeiter und der angenehmen Atmosphäre verbringen wir hier einen relaxten Nachmittag, und das erst noch zum fairen Eintrittspreis von 30 Franken.

Schon heisst es wieder abreisen. Wie schon die Hinfahrt ist auch die Rückreise sehr unkompliziert. Wie man eine 3.5-stündige Zugreise mit Gepäck und einem 17-monatigen Kleinkind über die Bühne bringt? Lest weiter.

Tipps für entspannte Winterferien

Ferien mit einem Kleinkind sind – wir haben es eingangs erwähnt – nicht ganz so easypeasy wie wir uns Ferien vorstellen. Mit einigen Kniffen kommt die Entspannung aber nicht zu kurz.

Wählt das richtige Verkehrsmittel

Mit unserem Kind ist Autofahren die Hölle. Nur wenn er schläft, gibt er Ruhe, ansonsten brüllt er. Da wir für eine 3-stündige Fahrt nicht drei Tage einplanen wollten, haben wir uns für den Zug bzw. das Postauto entschieden. In anderen Familien ist vielleicht das Auto die bessere Wahl.

Nehmt möglichst wenig mit

Das Klischee ist bekannt: Mit Kindern hat man immer tausend Dinge dabei. Auch bei uns ist die Packliste für den Kleinen länger als unsere (notabene zwei Personen). Aber wir versuchen, uns auf das Nötigste zu beschränken und je nur einen Rucksack mitzuschleppen.

Extratipp: Bei der SBB kann man sein Gepäck alleine auf die Reise schicken und am Zielort abholen. Teilweise wird einem das Gepäck bis vor die Haustür geliefert.

Hier kannst du unsere Packliste für Winterferien mit Kleinkind herunterladen.

Plant die Reise um Schlaf- und Essenszeiten rum

Ein Kleinkind langweilt sich schnell auf einer längeren Zugfahrt. Wir planen deshalb unsere Reisen immer so, dass das Kind entweder pennt oder isst. Mit Essen kann man es 30-45 Minuten bei Laune halten, der Mittagsschlaf dauert auch 1.5-2 Stunden. Zeit für die Erwachsenen, die Füsse hochzulegen.

Bucht kinderfreundliche Hotels/Destinationen

Das Spielzimmer im Hotel Schweizerhof war Gold wert. Unser Sohn konnte sich dort ewig beschäftigen und manchmal auch mit anderen Kindern spielen. Die ganze Ferienregion ist auf Familien und Kinder ausgerichtet, Kinder sind überall gerne gesehen, es gibt Kindersitze in den Restaurant, ein Hallenbad mit Planschbecken, gratis Schlitten mit Kindersitz etc.

Reist mit Freunden oder Familie

Zugegeben, fünf Tage Ferien mit der Familie können eine Herausforderung sein, aber es ist lustiger und praktischer als alleine. Einerseits weil die Grosseltern auch mal als Babysitter einspringen können, andererseits auch, weil viele alte witzige Geschichten erzählt werden: Weisst du noch, als Lukas damals auf Malta…? Und wie Karin als Zweijährige im Tessin…?

Und nun wünschen wir viel Spass in den Winterferien! Inspiration gibts in der Galerie und die Packliste zum Download hier.

Leave a Reply