Mein Experiment: Digitale Nomadin in Nizza

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Ich lese regelmässig und gerne die Blogs von Digitalen Nomaden wie Conni Biesalski, Carina Herrmann, Tim Chimoy und bin von ihrem Lifestyle angetan. Digitale Nomaden arbeiten ortsunabhängig, alles was sie brauchen, sind Computer und eine Internetverbindung. Klingt in der Theorie unglaublich verlockend, einfach dorthin zu reisen, wo die Sonne lacht und gleichzeitig noch Geld verdienen.

Ich wollte das mal in der Praxis testen und nutze den Umstand, dass sich mein Business von überall aus betreiben lässt und mein Göttergatte Ferien hatte, packte Laptop und Bikini ein und machte mich auf den Weg nach Nizza.

Nizza – in love mit der Côte d’Azur

Über Airbnb buchten wir uns eine kleine Wohnung im Hafenviertel von Nizza. Vor einigen Jahren sind wir auf der Durchreise nach Korsika schon einmal in diesem Quartier untergekommen und die Gegend war uns sehr sympathisch. Wie wir es von Airbnb gewohnt sind, lief der gesamte Buchungsprozess wie auch die Ankunft total unkompliziert ab. Die Gastgeber hiessen uns herzlich willkommen und verliessen dann die Stadt gen Norden.

Das Wetter meinte es ebenso gut mit uns: Zwei Wochen lang strahlte die Sonne vom Himmel und bescherte uns sommerliche Temperaturen. So warm, dass wir sogar zweimal im Meer schwimmen konnten.

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Nizza gefiel uns beiden unglaublich gut. Die Stadt hat einen entspannten Flair und die Menschen sind sehr freundlich. Die Stadt liegt direkt am Meer, der Kiesstrand ist kilometerlang und am Wochenende liegt halb Nizza in der Sonne. Viele kleine Restaurants, Bäckereien und Shops gibt es vor allem in der Altstadt und im Hafenviertel, Richtung Hauptbahnhof liegen die Einkaufsmeilen und Shopping-Center.

Die Altstadt ist sehr touristisch und das wird im Mai wohl noch heilig sein im Vergleich zu den Sommermonaten Juni, Juli, August. Doch die engen Gassen, die alten Häuser und die kleinen, romantischen Plätze in der Vieille Ville machen einen Spaziergang zu einem wirklich schönen Erlebnis. Fast jeden Tag gibt es hier auch einen Markt, entweder werden Blumen oder auch Früchte und andere Leckerbissen verkauft.

Von der Altstadt geht es steil den Berg hinauf auf den Schlosshügel. Von dort oben geniesst man einen super Blick über die Bucht, die Altstadt und auf die andere Seite auf den Hafen.

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Im Hafenviertel liegt – logisch – der Hafen mit unzähligen protzigen Yachten, aber auch kleinen, farbigen Fischerbooten. Hier starten auch die riesigen Fähren nach Korsika und ab und an legt ein Kreuzfahrtschiff an. An der Promenade gibt es einige gute Restaurants, diese werden weniger von Touristen besucht als jene in der Altstadt und sind sehr gut. Ausprobieren sollte man unbedingt die Fischgerichte. Geht man vom Hafen Richtung Norden, läuft man durch ein lebhaftes Wohnquartier, das von vielen kleinen Bars und Restaurants geprägt ist und über die Rue Bonaparte zur Place Garibaldi führt, welche wiederum «Eingangstor» zur Altstadt ist.

Die Altstadt wird begrenzt durch eine langgezogene, parkähnliche Grünfläche, auf welcher man von der Place Garibaldi hinunter bis zur Promenade des Anglais und damit zum Strand gelangt. Im Park hat es Spielplätze, Bänklein, Liegewiesen und Wasserfontänen, welche von den Kindern zum ausgiebigen Toben genutzt werden. Fast am Ende des Parks befindet sich die Place Massena, von dort aus gelangt man auf die Einkaufsstrasse, die Richtung Hauptbahnhof führt.

Wer die Stadt verlassen möchte, kann das in alle Richtungen tun. Ein lohnenswerter Tagesausflug ist ein Spaziergang auf den Mont Boron, der östlich des Hafenviertels aufsteigt und an dessen Hängen imposante Villen stehen. Entweder fährt man direkt mit dem Bus von der Innenstadt auf den Mont Boron oder man spaziert dem Hafen entlang nach Osten. Dort befindet sich auch noch einige kleine Strände, die hauptsächlich von Einheimischen besucht werden und eher Klippen als wirkliche Strände sind. Es gibt aber Platz zum Liegen und das Meer ist hier tiefblau und glasklar. Auf dem Mont Boron selber kann man durch den Wald spazieren und auf dem grossen Picknickplatz eine Rast einlegen. Besichtigen kann man den Fort ganz oben und wer noch mag, kann auch auf die andere Seite in die Bucht von Villefranche hinuntersteigen.

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Möchte man weiter weg, dann lohnen sich Ausflüge in die Berge, zum Beispiel nach Gourdon, ein Mini-Dorf, das sich ganz oben auf einen Berg befindet und mit einem atemberaubenden Blick über die Küste aufwartet. Auch Monaco ist geeignet für einen Tagesausflug, allerdings fanden wir es dort ziemlich hässlich.

Ortsunabhängiges Arbeiten – mein Fazit

Auch wenn es jetzt nicht so scheint, war zumindest ich nicht (nur) zu touristischen Zwecken in Nizza, sondern musste auch arbeiten. Unsere Wohnung hatte ein schnelles Wlan und einen Schreibtisch, damit war ich infrastrukturmässig schon versorgt. Das Arbeiten klappte auch erstaunlich gut, Kontakt mit meinen Kunden konnte ich dank Roaming-Option und Skype easy halten.

Doch mir machte es Mühe, mich zwischen Arbeiten und Ferien aufzuteilen. War ich am Arbeiten, hatte ich das Gefühl, ich geniesse die schöne Stadt zu wenig und verpasse etwas. Klappte ich den Computer zu und entdeckte Nizza und die Umgebung, hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht arbeitete.

So richtig zufrieden war ich mit meinem Experiment «Digitales Nomadentum» also nicht. Das nächste Mal würde ich vorab besser definieren, wie viel und wann ich arbeiten will und an den anderen Tagen ohne schlechtes Gewissen frei machen. Vermutlich waren zwei Wochen auch eine eher kurze Zeit, um da richtig in den Groove zu kommen.

Bildergalerie Nizza und Côte d’Azur

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