Kurztrip nach Innsbruck

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Silvester in Zürich zu feiern, ist dieses Jahr keine Option für uns und so schweifen wir wieder einmal in die Ferne. Die Ferne ist in diesem Fall eher relativ, denn unser Ziel befindet sich mit dreieinhalb Stunden Zugfahrt doch einigermassen in der Nähe. Wir fahren nach Innsbruck.

Unkompliziert und günstig ist die Anfahrt im ÖBB Railjet, unkompliziert und verhältnismässig teuer dann das Check-In im Hotel Hilton in Bahnhofsnähe. Wir puffen ein und bestaunen unsere luxuriöse Unterkunft. Meinem Job im Reisebüro sei dank, dass wir uns ab und an ein solches Hotel leisten können. Um das teure Zimmer ausgiebig zu amortisieren, chillen wir erst einmal ein paar Stunden, zappen durch alle 200 Kanäle des Flatscreen-TV und duschen heiss und lange.

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Danach packen wir uns warm ein, um die Stadt und das angekündigte Feuerwerk zu bestaunen. In der Innenstadt sammeln sich Einheimische und Touristen, Glühwein, Wurst und Live Rock’n’Roll sorgen dafür, dass es den Besuchern trotz Minusgraden warm bleibt. Um Mitternacht dann das prächtige Feuerwerk über dem Inn, das allen den Atem verschlägt. Sagt man. Wir Deppen sehen es leider nicht, da wir uns ungünstig hinter einem hohen Haus positioniert haben.

Berge so weit das Auge reicht

Eindrücklich an Innsbruck ist jedoch nicht das Silvester-Feuerwerk, sondern seine Lage. Tief unten im Tal liegt die Stadt mit 120’000 Einwohner, nach Süden führt die Brennerautobahn nach Italien, nach Norden geht’s nach Bayern und egal wohin man schaut, sieht man hohe, schneebedeckte Berge.

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Obwohl zumindest mir Strand und Hitze sympathischer ist als Berge und Eiseskälte, lassen wir es uns nicht nehmen, einen dieser Gipfel zu besteigen. Tram Nummer sechs, so finden wir nach kurzer Internetrecherche heraus, fährt nach Lans, von wo aus die Luftseilbahn auf den Innsbrucker Hausberg mit dem tollen Namen Patscherkofel führt. Bei strahlendem Sonnenschein und begleitet von einer gefühlten Million Ski- und Snowboardfahrern aus Italien und Russland quetschen wir uns in die Gondel und schon nach wenigen Minuten erreichen wir die Bergstation auf knapp 2000 Metern.

Das Panaroma ist wirklich eindrücklich. Nach Westen blicken wir ins Stubaital, leichte Nebelschwaden verleihen dem verschneiten Tal eine mystische Atmosphäre. Im Norden sehen wir weit entfernt die fast 3000 Meter hohe Zugspitze, zu unseren Füssen Innsbruck auf 574 Metern Höhe. Bald schon sind wir anständig durchgefroren und verschwinden in der Schneebar, um uns bei Gulaschsuppe und Lumumba wieder aufzuwärmen.

Knödel, Schnitzel und historische Bauten

Ins Innsbruck sollte man unbedingt auch die lokale Küche ausprobieren. Obwohl wir von unserem Trip ins Gebirge ganz schön geschafft sind, gehen wir abends noch essen und lassen uns Semmelknödel, ein Wiener Schnitzel, das so gross ist wie ein Teller und Kaiserschmarren schmecken.

Am nächsten Tag erkunden wir die Innenstadt von Innsbruck. Da der 2. Januar hier kein Feiertag ist, aber viele wohl Brücke machen, wimmelt es von Menschen, die in den zahlreichen Geschäften shoppen gehen.

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Wir starten unseren Spaziergang bei der Triumphpforte, eines der Wahrzeichen der Stadt. Weiter geht es entlang der Maria-Theresien-Strasse zur Annasäule, die vor der imposanten Bergkulisse ein beliebtes Fotomotiv darstellt. Die Strasse ist hier Teil der Fussgängerzone, über die wir weiter gegen Norden in die Herzog-Friedrich-Strasse spazieren. Hier befinden wir uns mitten in der Altstadt und die Strasse wird von alten, wunderschön verzierten Häusern gesäumt. Ganz am Ende befindet sich das berühmte Goldene Dachl, ein Prunkerker, der mit viel Gold verziert ist und um 1500 erbaut wurde.

Weiter geht es durch die Riesengasse gegen Osten und dann durch den Innenhof der Kaiserlichen Hofburg, die neben der Hofburg und dem Schloss Schönbrunn in Wien zu den bedeutendsten Kulturbauten Österreichs zählt. Zur Hofburg gehört auch ein Garten, der heute als Park öffentlich zugänglich ist. Zwischen schneebedeckten Wiesen und imposanten Tannen spielen einige Männer Schach auf einem grossen Feld, Kinder und Hunde toben durch den Schnee.

Zurück geht es entlang dem Inn zum Marktplatz mit Blick auf die bunten Häuser des Stadtteils Mariahilf. Dahinter – wie immer – die hohen Berge, hier die Nordkette mit Seegrund und Hafelekar.

Die Zeit rennt und statt Besuchen in einem der zahlreichen Museen der Stadt heisst es für uns bereits wieder Heimreise antreten. Der Railjet bringt uns gemütlich nach Hause.

Bildergalerie Innsbruck

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