Reise mit Kindern planen
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Eine Reise mit Kindern planen – die ersten Schritte

Die Idee, einmal eine längere Reise mit unseren Kindern zu machen, hatten wir schon, als unsere Kinder noch nicht einmal auf der Welt waren. Nach unserer Weltreise 2013 wussten wir zwei Dinge: Das wollen wir noch mindestens einmal erleben und wir möchten Kinder. Sechs Jahre später planen wir unsere erste längere Reise mit Kindern.

Bereits in dreeinhalb Monaten geht es los und wir stecken mitten drin in der Reiseplanung. Das braucht viel Zeit, die man mit kleinen Kindern eigentlich nicht hat, macht aber auch mega viel Spass.

Könnt ihr euch vorstellen, mit den Kindern zu reisen? Dann ist dieser Beitrag für euch: Wir geben euch Tipps für die ersten Schritte der Reiseplanung und zeigen euch, wie wir vorgehen.

Unsere Tipps für die Planung einer Reise mit Kindern

Überlegt ihr euch, eine längere Reise mit euren Kindern zu machen? Dann empfehlen wir euch:

  • Bezieht eure Kinder von Anfang an in die Reiseplanung mit ein. Erzählt ihnen, was ihr vorhabt, warum das cool wird. Erklärt ihnen, was eine Reise ist, was man da tut, auch, dass man dann weg von zuhause ist. Fragt sie um ihre Meinung, lasst sie mitentscheiden.
  • Beginnt früh damit, Ideen zu diskutieren. Lasst euch inspirieren, findet heraus, was eure Bedürfnisse sind, sprecht mit Leuten, die bereits mit Kindern gereist sind.
  • Fangt zeitig an, für eure Reise zu sparen. Wenn ihr über einen längeren Zeitraum kleine Beträge zur Seite legt, müsst ihr euch nicht extrem einschränken, habt aber vor der Abreise einen anständigen Batzen gespart. Findet heraus, auf was ihr verzichten könnt, damit ihr mehr vom Lohn übrig habt.
  • Sucht das Gespräch mit Arbeitgebern, Schulleitung, Krippenleitung etc. früh genug. Überzeugt sie von eurer Idee, seid offen für Lösungen, die für beide Seiten sinnvoll sind.
  • Plant genügend Zeit für die Reisevorbereitung ein. Vier bis sechs Monate vor Abreise werdet ihr regelmässig damit beschäftigt sein, die Punkte auf eurer To-Do-Liste abzuarbeiten.
  • Organisiert die Planung militärisch durch. Im Alltag mit kleinen Kindern geht es meist drunter und drüber und viele Dinge gehen vergessen. Eine Checkliste hilft, an alles zu denken.

Die Route – wohin soll es gehen?

Mit den Reisezielen steht und fällt die ganze Reise. Die Route beeinflusst die Reisedauer und die Kosten und sie definiert auch ganz viele organisatorische Dinge – Impfungen, Versicherungen, Konten, um mal einige zu nennen.

Gleichzeitig wird die Wahl der besten Route auch von verschiedenen Variablen beeinflusst:

  • Wie ist das Wetter in X im Monat Y?
  • Wie kommt man überhaupt dahin?
  • Ist X ein geeignetes Land für kleine Kinder?

Unsere Routenplanung nach dem Ausschlussprinzip

Wir haben uns nach langem Hin und Her dafür entschieden, in Europa zu bleiben.

Eigentlich wollten wir noch einmal nach Australien, auf die Seychellen, durch die USA touren und Hawaii besser kennenlernen. Sri Lanka und einige Inseln in der Karibik hätten uns auch gereizt.

Dann aber schlossen wir ein paar Dinge aus und das veränderte die Route:

  • Wir wollten keine Länder besuchen, in denen das Risiko für Denguefieber und/oder Malaria hoch ist. Karibik und Sri Lanka fielen damit weg.
  • Australien und die USA sind riesig. Wenn man viel sehen will, muss man auch viel herumfahren. Nun sind wir beide grosse Fans von Roadtrips – unsere Kinder aber kann man mit längeren Autofahrten jagen. Good bye Australien und USA.
  • Unsere definitive Entscheidung für eine längere Reise als Familie fiel im Sommer 2018, bei Temperaturen von über 35 Grad im Schatten. Wir merkten: Zu viert um den Globus jetten, das können wir nicht mit unserem Gewissen vereinbaren. Damit war klar: Wir fokussieren uns auf Ziele, die wir mit dem Zug oder Schiff in nützlicher Frist erreichen können.

Wir lasen uns durch Blogartikel und holten in der Bibliothek immer wieder neue Reiseführer. Spanien, Italien, Frankreich, Griechenland, Dänemark, Südengland, die Ostsee, die Algarve, Kroatien, die Kanarischen Inseln. Alles wäre toll, die Zeit reicht aber nicht für alles (s. unten).

Wir einigten uns darauf, Sevilla, Valencia und eine Mittelmeerinsel zu besuchen. Mit dem Zug und der Fähre, gaaaaanz langsam und stressfrei. Für jedes Reiseziel haben wir drei bis vier Wochen Zeit. Das ist uns wichtig: Wir wollen längere Zeit an einem Ort bleiben, um die Destination kennenzulernen und unseren Kindern (und uns?!) nicht zu viel Ortswechsel zumuten.

Reisebudget – wie finanziert man eine längere Reise mit Kindern?

Wir sparen bereits seit mehr als einem Jahr für diese Reise und legen monatlich einen anständigen Betrag zur Seite. So stellen wir sicher, dass wir das Geld für die Reise verfügbar haben und uns die Kohle nicht einfach durch die Finger fliesst im Alltag.

Damit wir aber für unsere Reise sparen können, müssen wir uns bei anderen Dingen einschränken:

  • Wir haben eine günstige, aber auch sehr kleine Wohnung. Zu viert stehen uns drei Zimmer und knapp 70 Quadratmeter zur Verfügung.
  • Wir haben kein Auto, sind aber Mobility-Mitglied.
  • Da ich mein Büro in der Nähe unserer Wohnung habe, habe ich kein ÖV-Abo mehr. Ich fahre mit dem Velo und laufe viel.
  • Wir konsumieren recht wenig. Neue Kleider für uns Erwachsene gibt es kaum, die Kleider für die Kinder sind meist Secondhand, teure Dinge wie ein neues Handy leisten wir uns aktuell nicht.
  • Wir haben in den letzten Jahren günstige Ferien, meist in der Schweiz gemacht. Jugendherberge, Camping, viel selber kochen, kaum geflogen.

Auszeit nehmen – was ist mit Job, Schule und Kinderbetreuung?

Parallel zur Routenplanung überlegten wir uns, wie lange unsere Reise dauern sollte und wie wir das mit unseren Jobs regeln. Können wir es uns finanziell leisten, ein halbes Jahr unterwegs zu sein? Job kündigen oder unbezahlten Urlaub beantragen?

Unsere Kinder sind noch nicht schulpflichtig, deshalb mussten wir uns darum nicht kümmern. Sie besuchen aber eine Krippe und sollen nach der Reise auch wieder dort betreut werden. Können ihre Plätze freigehalten werden? Müssen wir dafür etwas bezahlen?

Als selbstständige Texterin kann ich ortsunabhängig arbeiten. Aber will ich überhaupt weiterarbeiten oder lieber die Zeit mit der Familie geniessen?

Unsere Lösung:

  • Lukas hat unbezahlten Urlaub beantragt und diesen für drei Monate erhalten. Länger war für den Arbeitgeber keine Option, eine Kündigung erschien uns zu riskant.
  • Ich werde von unterwegs aus arbeiten, denn nach zweimal Babypause kann ich mir einen weiteren Break nicht leisten. Ausserdem wollte ich schon immer mal «Digitale Nomadin» spielen.
  • Die Kinder werden weiterhin in der Krippe angemeldet sein, wir müssen eine Art Reservationsgebühr bezahlen, damit ihre Plätze freigehalten sind.

Reisedaten – wann geht’s endlich los?

Nachdem die Route klar war und wir Arbeitgeber und Krippenleitung über unsere Pläne informiert hatten, mussten wir noch entscheiden, von wann bis wann die Reise mit Kindern dauern sollte.

Die entscheidende Variable für uns war dabei das Wetter: Möglichst warm, aber nicht zu heiss soll es sein. Für die Städte Sevilla und Valencia sind Frühling und Herbst die besten Reisezeiten, die Insel im Mittelmeer sind im Frühsommer noch nicht überlaufen, man kann aber schon baden.

Unser Sohn kommt im August 2020 in den Kindergarten, spätestens dann müssen wir also zurück in der Schweiz sein. Wir planten noch eine gewisse Zeit ein, um die Rückkehr zu verdauen und uns wieder in der Schweiz einzugewöhnen vor dem Kindergarteneintritt.

Und da der Sommer in Zürich wunderschön ist, wollten wir spätestens im Juli wieder zurück in der Heimat sein.

Die Kombi aus all dem ergab unsere Reisezeit von Anfang März bis Mitte Juni.

Das Reisezeiten-Tool zeigt, wann welche Gegenden gut zu bereisen sind.

Reise mit Kindern planen – ein neues Hobby für uns Eltern

Eine längere Reise zu planen ist zeitintensiv und muss gut organisiert sein. Wir erstellten als erstes eine Checkliste mit allen Aufgaben und organisierten dann eine regelmässige Betreuung für unsere Kinder (danke Grosseltern!).

Nun sind wir an unseren kinderfreien Tagen voll beschäftigt mit dem Abhaken unserer To Dos – Versicherungen abschliessen, Unterkünfte buchen, Zugverbindungen recherchieren, Wohnung untervermieten und so weiter. Unsere ultimative Checkliste für die Reiseplanung findet ihr in Kürze hier auf dem Blog.

Zusammenfassung: Unsere Tipps in Kurzform

  • Bezieht die Kinder mit ein.
  • Sucht euch Inspiration und Ideen.
  • Findet eure Möglichkeit, für die Reise zu sparen.
  • Sucht das Gespräch mit Arbeitgebern, Schule und Krippe.
  • Plant die Planung 😉
  • Macht eine Checkliste.

1 comment on “Eine Reise mit Kindern planen – die ersten Schritte

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