Winterferien in Maloja mit Kleinkind – mit Packliste

Morgens lange schlafen, ausgiebig zmörgelen und kurz nach dem Mittag auf die Piste – natürlich nur bei Sonnenschein, sonst direkt in den Après-Ski. So sahen bislang perfekte Winterferien für mich aus.

Seit wir ein Kind haben, sieht unser Tagesablauf in den Winterferien etwas anders aus. Andrea Jansen von Any Working Mom bringt es auf den Punkt: Die Winterferien heissen in der Schweiz nicht umsonst «Sportferien»: Man kommt bei Winterferien mit Kindern gehörig ins Schwitzen. Das fängt an beim Schleppen des Gepäcks, geht weiter beim Rennen auf den Anschlusszug in Landquart und ist beim täglichen Kampf ums Jacke-Schal-Händsche-Skihosen-Anziehen noch lange nicht fertig.

Damit es nicht allzu stressig wird, haben wir unten einige Tipps für eine entspannte Reise und einen relaxten Aufenthalt auf Lager. Zuerst aber einmal ein kleiner Reisebericht.

Maloja, Bergell und Engadin

Zum zweiten Mal verschlägt es uns in das kleine Dorf Maloja. Maloja ist mit ca. 300 Einwohnern sehr klein, dank seiner Lage aber doch sehr interessant. Politisch gehört Maloja nämlich zum Bergell, geografisch aber zum Engadin. So hört man hier immer wieder drei Sprachen: Italienisch, romanisch und deutsch. Maloja liegt auf 1800 Metern direkt am Silsersee. Dieser ist im Winter zugefroren und man kann auf dem See spazieren und langläuflen (ich finde die Vorstellung, dass unter mir eiskaltes Wasser ist, etwas spooky, doch es ist absolut safe).

Wir schnallen also das Kind auf den Schlitten, zwingen ihm die Sonnenbrille auf und spazieren inmitten von zig langlauffahrenden Rentner über den Silsersee Richtung Isola. Isola ist ein kleiner Weiler am Silsersee, nur zu Fuss erreichbar und ein romantischer kleiner Ort. In Isola gibt es einige Häuser und das Restaurant Lagrev, das lange als Geheimtipps galt, heute aber sehr gut besucht wird. Nichtsdestotrotz ist ein gemütlicher Ort, um etwas Kleines zu essen – beispielsweise Bergeller Wurst, Polenta oder hausgemachte Kuchen. Der Spaziergang von Maloja nach Isola dauert eine gute Stunde.

Luftig leichte Pizza und süffig süsser Dessertwein

Am Abend gehen wir zu fünft – mit Kind und Schwiegereltern – ins Restaurant. Im Piz-Tex-Mex Pöstli gibt es mexikanische Spezialitäten und Pizza mit hauchdünnem Teig. Das Kind lässt sich Ravioli mit Spinat schmecken und wir loben mit vollem Mund unsere Pizzen, sie sind wirklich hervorragend. Mit vollem Bauch wird das Kind schnell quengelig und will spielen, was für ein Glück, dass in diesem Moment eine italienische Grossfamilie am Nebentisch Platz nimmt und unseren Knirps mit lautem Gelächter und sogar Gesangseinlagen unterhält.

Am nächsten Tag geht es kulinarisch weiter: Wir schlagen uns am Frühstücksbuffet im Hotel Schweizerhaus die Bäuche voll. Danach kugeln wir ins Spielzimmer, eine wirklich geniale Einrichtung mit Duplo, Spielzeugeisenbahn und vielem mehr. Unser Kind fühlt richtig wohl und amüsiert sich über eine Stunde, während wir das üppige Frühstück verdauen und die Aussicht auf die Bergwelt geniessen.

Nach dem Mittagsschlaf trauen wir uns endlich raus an die Sonne und gehen schlitteln. Vater und Sohn haben grosse Freude an der Abfahrt, während Mama auf einem Bank die Sonnenstrahlen geniesst.

Den Abend lassen wir zu zweit im Restaurant des Schweizerhaus ausklingen, das Kind wird von den Grosseltern betreut. Wie schon das Frühstück ist auch das Abendessen überaus lecker. Wir geniessen Bündnerfleisch-Carpaccio und einen grossen Salat zur Vorspeise und zum Hauptgang Wildschweinpiccata und Kalbspaillard vom Grill. Zum Nachtisch gönnen wir uns ein Glas des empfohlenen Dessertwein und jauchzen innerlich über diesen klebrig-feinen Abschluss.

Tiefer Nebel bringt Tiefenentspannung

Am nächsten Tag profitieren wir noch einmal vom Hütedienst der Grosseltern und gehen nach St. Moritz ins Wellness. Draussen stürmts und schneits. Das Hallenbad Ovaverva verfügt neben Schwimmbecken, Kinderbecken, Wasserrutschen und Aussenwhirlpool auch über einen Spabereich mit Saunen, Ruheräumen, Jacuzzi und Dampfbad. Dank der freundlichen Mitarbeiter und der angenehmen Atmosphäre verbringen wir hier einen relaxten Nachmittag, und das erst noch zum fairen Eintrittspreis von 30 Franken.

Schon heisst es wieder abreisen. Wie schon die Hinfahrt ist auch die Rückreise sehr unkompliziert. Wie man eine 3.5-stündige Zugreise mit Gepäck und einem 17-monatigen Kleinkind über die Bühne bringt? Lest weiter.

Tipps für entspannte Winterferien

Ferien mit einem Kleinkind sind – wir haben es eingangs erwähnt – nicht ganz so easypeasy wie wir uns Ferien vorstellen. Mit einigen Kniffen kommt die Entspannung aber nicht zu kurz.

Wählt das richtige Verkehrsmittel

Mit unserem Kind ist Autofahren die Hölle. Nur wenn er schläft, gibt er Ruhe, ansonsten brüllt er. Da wir für eine 3-stündige Fahrt nicht drei Tage einplanen wollten, haben wir uns für den Zug bzw. das Postauto entschieden. In anderen Familien ist vielleicht das Auto die bessere Wahl.

Nehmt möglichst wenig mit

Das Klischee ist bekannt: Mit Kindern hat man immer tausend Dinge dabei. Auch bei uns ist die Packliste für den Kleinen länger als unsere (notabene zwei Personen). Aber wir versuchen, uns auf das Nötigste zu beschränken und je nur einen Rucksack mitzuschleppen.

Extratipp: Bei der SBB kann man sein Gepäck alleine auf die Reise schicken und am Zielort abholen. Teilweise wird einem das Gepäck bis vor die Haustür geliefert.

Hier kannst du unsere Packliste für Winterferien mit Kleinkind herunterladen.

Plant die Reise um Schlaf- und Essenszeiten rum

Ein Kleinkind langweilt sich schnell auf einer längeren Zugfahrt. Wir planen deshalb unsere Reisen immer so, dass das Kind entweder pennt oder isst. Mit Essen kann man es 30-45 Minuten bei Laune halten, der Mittagsschlaf dauert auch 1.5-2 Stunden. Zeit für die Erwachsenen, die Füsse hochzulegen.

Bucht kinderfreundliche Hotels/Destinationen

Das Spielzimmer im Hotel Schweizerhof war Gold wert. Unser Sohn konnte sich dort ewig beschäftigen und manchmal auch mit anderen Kindern spielen. Die ganze Ferienregion ist auf Familien und Kinder ausgerichtet, Kinder sind überall gerne gesehen, es gibt Kindersitze in den Restaurant, ein Hallenbad mit Planschbecken, gratis Schlitten mit Kindersitz etc.

Reist mit Freunden oder Familie

Zugegeben, fünf Tage Ferien mit der Familie können eine Herausforderung sein, aber es ist lustiger und praktischer als alleine. Einerseits weil die Grosseltern auch mal als Babysitter einspringen können, andererseits auch, weil viele alte witzige Geschichten erzählt werden: Weisst du noch, als Lukas damals auf Malta…? Und wie Karin als Zweijährige im Tessin…?

Und nun wünschen wir viel Spass in den Winterferien! Inspiration gibts in der Galerie und die Packliste zum Download hier.

Camping-Ferien mit Kleinkind

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Die letzten zwei Wochen vor den Ferien verbringen wir – alten Traditionen folgend – mit Packlisten schreiben und streiten. Wie immer sind wir uns nicht einig, ob wir sehr organisiert oder komplett planlos reisen sollen.

Für die Planung spricht: Wir haben jetzt ein Kind.
Gegen die Planung spricht: Wir haben jetzt ein Kind.

In der Ruhe liegt die Kraft

Irgendwie schaffen wir es dann doch, uns auf eine Route, ein Ziel und eine finale Packliste zu einigen und holen am ersten Ferientag unseren Hymercar Sydney in Jestetten beim Autohaus Melzer ab. Der orange Van mit Aufstelldach ist top neu und fährt sich smooth wie ein Schlitten auf Neuschnee.

Leider hält sich die Begeisterung unseres Sohnes über dieses Fahrerlebnis sehr in Grenzen und wir kommen die folgenden Tage nur voran, wenn der Kleine tief und fest schläft. Wir machen aus der Not eine Tugend und lassen uns auf dem Weg in den Süden Zeit: Ganze fünf Tage sind wir unterwegs, davon verbringen wir zwei Tage auf einem super gemütlichen Campingplatz in Châteauneuf-du-Pape (ja, dort wo der Wein herkommt).

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Ici, c’est moi qui commande

Endlich kommen wir da an, wo wir immer hinwollen: Am Meer. Von der Autobahn von Toulon Richtung St. Tropez sehen wir es plötzlich, es glitzert und funkelt und liegt blau und weit vor uns. Die stressige Vorbereitungszeit ist vergessen, wir sind angekommen.

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Bei Hyères biegen wir ab und folgen den Schildern Richtung Presqu’île de Giens, unserem Reiseziel. Wir haben vorab online einen Campingplatz ausgesucht, wollen nun aber doch noch kurz herumfahren und vielleicht spontan einen anderen Platz auswählen. Aber das Kind spielt bei dieser Idee nicht mit und schreit Zeter und Mordio auf der Rückbank. Entnervt lassen wir das mit der Spontanität sein und fahren mit überhöhter Geschwindigkeit zum ursprünglich ausgewählten Campingplatz.

Die Suche nach dem perfekten Platz

Die Wahl stellt sich schon nach wenigen Minuten als die falsche heraus: Der Platz ist eng parzelliert, die Nachbarn – dauercampende Rentner – beäugen uns skeptisch, als wir unter grossem Gefluche und Gekeife versuchen, den Sydney in Position zu bringen.

Deshalb verbringen wir den nächsten Tag damit, einen besseren Campingplatz zu finden und erkunden dabei gleich auch die Insel. Als erstes latschen wir in der Mittagshitze hinauf ins Dorf Giens, ein sehr kleines Dörfchen mit wenig Interessantem und dann wieder hinunter zum Strand Almanarre. Dieser ist kilometerlang, komplett ohne Schatten und dem Wind ausgesetzt. Perfekt für Kitesurfer, bescheiden für Kinder.

An der Westspitze der Insel finden wir kleine geschützte Buchten, das Meer ist tiefblau und ruhig, der Steinstrand aber nichts für uns, da unser Kleiner sich zum Ziel setzt, jeden Stein einzeln mit dem Mund zu untersuchen und wir nur noch damit beschäftigt sind, ihm die Dinger aus dem Mund zu pulen.

Seit wann sind Ferien eigentlich so anstrengend?

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Endlich angekommen

Und plötzlich wendet sich das Blatt: Wir finden den perfekten Campingplatz und gleich in der Nähe auch noch den perfekten Strand. Klein aber fein ist der Platz gleich bei der Tour Fondue, wir haben Meersicht und tolle Nachbarn, mit denen wir abends, wenn alle Zwerge schlafen, einige Flaschen regionalen Wein killen.

Der perfekte Strand, die Plage de la Baume, ist in 15 Gehminuten zu erreichen, liegt in einer ruhigen Bucht und ist dank grossen Bäumen schön schattig. Wir legen zwei gemütliche Strandtage ein.

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An den anderen Tagen fahren wir einmal nach Hyères und machen einmal einen Ausflug auf die Insel Porquerolles. Hyères hat eine hübsche Altstadt, durch die wir spazieren und durch die Hanglage hat man einen wunderbaren Ausblick auf das Mittelmeer und die Presqu’île de Giens.

Ein grosses Highlight ist Porquerolles. Auf fast jeder Reise haben wir schon «diese tolle vorgelagerte Insel» erlebt, die man mit Fähre oder Ausflugsbooten besucht und die dann komplett überlaufen, aber eigentlich total unspektakulär ist. Porquerolles ist auch total überlaufen, aber der Strand ist wirklich wunderschön. Das Wasser ist so glasklar, seicht und warm, dass unser Sohn nicht einmal merkt, dass er an unseren Händen ins Meer läuft. Und plötzlich findet der wasserscheue kleine Mensch das Plantschen supertoll..

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Und was lernen wir daraus?

Der Heimweg verläuft weitaus weniger stressig als die Fahrt in den Süden. Wir sind entspannt, bestens gelaunt und mittlerweile vertraut mit den Eigenheiten des Sydneys – und aus unerfindlichen Gründen innerhalb von zwei Tagen wieder in Zürich.

Unsere ersten grossen Ferien als Eltern sind also ein voller Erfolg und wir haben erst noch einiges gelernt:

  1. Kinder zwingen dich zur Langsamkeit: Wir waren schon immer gemütliche Autofahrer, unser unzufriedener Passagier auf der Rückbank hat uns aber erst wirklich die Augen für die Schönheit von Autobahnraststätten geöffnet.
  2. Kinder sind die besten Wingmen ever: Natürlich kommt man beim Campen immer ins Gespräch mit den Nachbarn, noch nie aber haben wir an mehreren Tagen Ausflüge mit Campingfreunden gemacht und sind abends so lange zusammengesessen wie diesmal.
  3. Weisswein schmeckt besser als Rosé.
  4. Kinder sind Natural Born Camper: Das ganze Familienrudel schläft auf engstem Raum und man darf den halben Tag nackig rumlaufen. Paradise.
  5. Kinder sind nicht spontan. Ausser sie haben spontan Bock drauf.

Bilder-Galerie Südfrankreich

Familienferien in den Bergen

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Unsere ersten Ferien mit Baby führten uns nach Maloja im Kanton Graubünden. Das Baby zeigte sich vom Schnee gänzlich unbeeindruckt, dafür freuten wir uns umso mehr über die weisse Pracht. Dichter Nebel und spooky Stimmung über dem Silsersee, letzte Sonnenstrahlen und glitzernder Schnee beim Spaziergang durch das abendliche Maloja und immer wieder der Blick auf die imposante Bergwelt. Enjoy!

Mein Experiment: Digitale Nomadin in Nizza

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Ich lese regelmässig und gerne die Blogs von Digitalen Nomaden wie Conni Biesalski, Carina Herrmann, Tim Chimoy und bin von ihrem Lifestyle angetan. Digitale Nomaden arbeiten ortsunabhängig, alles was sie brauchen, sind Computer und eine Internetverbindung. Klingt in der Theorie unglaublich verlockend, einfach dorthin zu reisen, wo die Sonne lacht und gleichzeitig noch Geld verdienen.

Ich wollte das mal in der Praxis testen und nutze den Umstand, dass sich mein Business von überall aus betreiben lässt und mein Göttergatte Ferien hatte, packte Laptop und Bikini ein und machte mich auf den Weg nach Nizza.

Nizza – in love mit der Côte d’Azur

Über Airbnb buchten wir uns eine kleine Wohnung im Hafenviertel von Nizza. Vor einigen Jahren sind wir auf der Durchreise nach Korsika schon einmal in diesem Quartier untergekommen und die Gegend war uns sehr sympathisch. Wie wir es von Airbnb gewohnt sind, lief der gesamte Buchungsprozess wie auch die Ankunft total unkompliziert ab. Die Gastgeber hiessen uns herzlich willkommen und verliessen dann die Stadt gen Norden.

Das Wetter meinte es ebenso gut mit uns: Zwei Wochen lang strahlte die Sonne vom Himmel und bescherte uns sommerliche Temperaturen. So warm, dass wir sogar zweimal im Meer schwimmen konnten.

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Nizza gefiel uns beiden unglaublich gut. Die Stadt hat einen entspannten Flair und die Menschen sind sehr freundlich. Die Stadt liegt direkt am Meer, der Kiesstrand ist kilometerlang und am Wochenende liegt halb Nizza in der Sonne. Viele kleine Restaurants, Bäckereien und Shops gibt es vor allem in der Altstadt und im Hafenviertel, Richtung Hauptbahnhof liegen die Einkaufsmeilen und Shopping-Center.

Die Altstadt ist sehr touristisch und das wird im Mai wohl noch heilig sein im Vergleich zu den Sommermonaten Juni, Juli, August. Doch die engen Gassen, die alten Häuser und die kleinen, romantischen Plätze in der Vieille Ville machen einen Spaziergang zu einem wirklich schönen Erlebnis. Fast jeden Tag gibt es hier auch einen Markt, entweder werden Blumen oder auch Früchte und andere Leckerbissen verkauft.

Von der Altstadt geht es steil den Berg hinauf auf den Schlosshügel. Von dort oben geniesst man einen super Blick über die Bucht, die Altstadt und auf die andere Seite auf den Hafen.

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Im Hafenviertel liegt – logisch – der Hafen mit unzähligen protzigen Yachten, aber auch kleinen, farbigen Fischerbooten. Hier starten auch die riesigen Fähren nach Korsika und ab und an legt ein Kreuzfahrtschiff an. An der Promenade gibt es einige gute Restaurants, diese werden weniger von Touristen besucht als jene in der Altstadt und sind sehr gut. Ausprobieren sollte man unbedingt die Fischgerichte. Geht man vom Hafen Richtung Norden, läuft man durch ein lebhaftes Wohnquartier, das von vielen kleinen Bars und Restaurants geprägt ist und über die Rue Bonaparte zur Place Garibaldi führt, welche wiederum «Eingangstor» zur Altstadt ist.

Die Altstadt wird begrenzt durch eine langgezogene, parkähnliche Grünfläche, auf welcher man von der Place Garibaldi hinunter bis zur Promenade des Anglais und damit zum Strand gelangt. Im Park hat es Spielplätze, Bänklein, Liegewiesen und Wasserfontänen, welche von den Kindern zum ausgiebigen Toben genutzt werden. Fast am Ende des Parks befindet sich die Place Massena, von dort aus gelangt man auf die Einkaufsstrasse, die Richtung Hauptbahnhof führt.

Wer die Stadt verlassen möchte, kann das in alle Richtungen tun. Ein lohnenswerter Tagesausflug ist ein Spaziergang auf den Mont Boron, der östlich des Hafenviertels aufsteigt und an dessen Hängen imposante Villen stehen. Entweder fährt man direkt mit dem Bus von der Innenstadt auf den Mont Boron oder man spaziert dem Hafen entlang nach Osten. Dort befindet sich auch noch einige kleine Strände, die hauptsächlich von Einheimischen besucht werden und eher Klippen als wirkliche Strände sind. Es gibt aber Platz zum Liegen und das Meer ist hier tiefblau und glasklar. Auf dem Mont Boron selber kann man durch den Wald spazieren und auf dem grossen Picknickplatz eine Rast einlegen. Besichtigen kann man den Fort ganz oben und wer noch mag, kann auch auf die andere Seite in die Bucht von Villefranche hinuntersteigen.

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Möchte man weiter weg, dann lohnen sich Ausflüge in die Berge, zum Beispiel nach Gourdon, ein Mini-Dorf, das sich ganz oben auf einen Berg befindet und mit einem atemberaubenden Blick über die Küste aufwartet. Auch Monaco ist geeignet für einen Tagesausflug, allerdings fanden wir es dort ziemlich hässlich.

Ortsunabhängiges Arbeiten – mein Fazit

Auch wenn es jetzt nicht so scheint, war zumindest ich nicht (nur) zu touristischen Zwecken in Nizza, sondern musste auch arbeiten. Unsere Wohnung hatte ein schnelles Wlan und einen Schreibtisch, damit war ich infrastrukturmässig schon versorgt. Das Arbeiten klappte auch erstaunlich gut, Kontakt mit meinen Kunden konnte ich dank Roaming-Option und Skype easy halten.

Doch mir machte es Mühe, mich zwischen Arbeiten und Ferien aufzuteilen. War ich am Arbeiten, hatte ich das Gefühl, ich geniesse die schöne Stadt zu wenig und verpasse etwas. Klappte ich den Computer zu und entdeckte Nizza und die Umgebung, hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht arbeitete.

So richtig zufrieden war ich mit meinem Experiment «Digitales Nomadentum» also nicht. Das nächste Mal würde ich vorab besser definieren, wie viel und wann ich arbeiten will und an den anderen Tagen ohne schlechtes Gewissen frei machen. Vermutlich waren zwei Wochen auch eine eher kurze Zeit, um da richtig in den Groove zu kommen.

Bildergalerie Nizza und Côte d’Azur

Auf und ab in San Francisco

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San Francisco ist eine Stadt, die ich schon immer einmal besuchen wollte. Vor 30 Jahren lebten meine Eltern in der Bay Area und sie schwärmen noch heute von der Stadt mit den steilen Strassen.

Sechs Tage hatten wir eingeplant, um San Francisco zu erkunden.

Am ersten Tag liefen wir durch Downtown und Chinatown. Obwohl wir bereits in New York ein Chinatown gesehen hatten, überraschten uns die authentisch chinesischen Strassenzüge auch hier wieder. Busy Chinese people wuselten durcheinander, kauften Ingwer, Chicken und Zeugs, das ich noch nie in meinem Leben gesehen habe, in Laeden, die nur mit chinesischen Zeichen beschriftet waren. Im krassen Gegensatz dazu steht Downtown, mit den typischen Wolkenkratzern und den eiligen Menschen in Anzug und Krawatte.

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Sogar das Wetter spielte mit und die Sonne strahlte vom Himmel – keine Selbstverständlichkeit im wetterlaunischen San Francisco. Kühl war es dennoch, obwohl schon Juni war. Auch im Hochsommer steigen die Temperaturen selten über 20 Grad. Zitat Busfahrer: «Mein härtester Winter war ein Sommer in San Francisco».

Unsere Stadtbesichtigung gingen wir gemütlich an. Das touristische Pflichtprogramm mit Fisherman’s Wharf, Pier 39 mit den Seeloewen, Cable Car etc. absolvierten wir im Touri-Bus  – kurz und schmerzlos.

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Mehr Zeit nahmen wir uns für Spaziergänge durch die steilen Strassen. Es ist echt krass, dass die Stadteplaner die hügelige Topographie einfach ignorierten und à la americaine das Schachbrettmuster der Strassen auch hier rigoros durchzogen. Auf und ab ging es, und abends waren wir jeweils total kaputt von diesen Bergwanderungen. Ein grosses Highlight war die Überquerung der Golden Gate Bridge. Ein eindrückliches Bauwerk! Wir liessen es uns nicht nehmen, die Brücke zu Fuss zu überqueren.

Bildergalerie San Francisco

Zwei Wochen Hawaii: Oahu und Kauai

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Die Landung auf Oahu war so smooth wie die Stimmung der Vulkaninseln. Wir waren in Hawaii angekommen. Unser Hostel lag direkt am berühmten Beach of Waikiki. Echt ein Phänomen, Waikiki ist unglaublich touristisch, der ganze Stadtteil besteht aus Hotels und der Strand ist nachmittags so voll, dass man kaum zum Wasser laufen kann. Trotzdem herrscht eine extrem entspannte Atmosphäre hier.

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Nachdem wir den ersten Tag am Strand verbrachten, wollten wir auch noch etwas Geschichte und Kultur einatmen und fuhren mit dem Bus nach Pearl Harbor. Dort besichtigten wir ein altes Kriegsschiff, auf welchem Ende des Zweiten Weltkriegs die Japaner ihre Kapitulation unterschrieben. Das Schiff ist eigentlich ein riesiges Dorf, mit zig Kajütenbetten für die Soldaten, Küchen, Esssälen, Post, eigener Zeitung usw. Unseren dritten Tag auf Oahu verbrachten wir mit einem Spaziergang durch Downtown Honolulu, wo Wolkenkratzer und Palmen Arm in Arm die Strassen säumen.

Und dann hiess es schon wieder Flugzeug besteigen, wenn auch nur für eine halbe Stunde. Auf Kauai, der westlichsten hawaiianischen Insel, hatten wir für neun Tage ein Appartment und Auto gemietet. Beim Auto bekamen wir ein Upgrade und kurvten somit in einem schwarzen Mazda 6, Typ Zuhälterwagen, über die Insel. Beim Anblick des Appartments fiel uns erstmal die Kinnlade runter – nach all den Campingplätzen und Hostels, die wir auf unseren Reisen schon bewohnt hatten, war das Luxus pur. Flatscreen, Küche, eigenes Bad, Kingsize Bed und Sofa.. wow.

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Kauai ist eine extrem grüne Insel und viel, viel weniger touristisch und hektisch als Oahu. Die Strände, das Meer und die üppig grüne Pflanzenwelt sind einfach wunderschön. Leider ist das Meer auch an vielen Stellen gefährlich, Schwimmen ist nicht überall und immer gefahrlos möglich. Unsere Tage auf Kauai waren von Entspannung und gutem Essen geprägt – jeden Morgen schliefen wir aus und frühstückten dann erstmal ausgiebig. Die Nachmittage verbrachten wir am Strand, fuhren mit unseren Fahrrädern der Küste entlang, besuchten den Waimea-Canyon und wanderten entlang der wunderschönen Napali Coast.

Nach neun Tagen mussten wir – wiedermal schweren Herzens – Abschied nehmen und flogen zurück nach Honolulu. Hier erwanderten wir den Diamond Head, einen Vulkankrater östlich von Waikiki und legten noch einen Strandtag ein. Zwei Wochen Hawaii waren zwar supertoll, doch auch viel zu kurz. Wir haben es nicht geschafft, alle schönen Dinge auf den zwei Inseln Oahu und Kauai zu sehen, von den anderen Inseln reden wir erst gar nicht.

Bildergalerie Hawaii

Australien Outback

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Nachdem wir den dicht besiedelten Osten Australiens erkundet hatten, stiegen wir Anfangs August in den Flieger nach Alice Springs, der kleinen Hauptstadt des Red Centres.

Tour zum Uluru

Für die darauf folgenden drei Tage hatten wir eine Tour zum Kings Canyon, Uluru (Ayer’s Rock) und Kata Tjuta (The Olgas) gebucht. Mit einem Guide, 18 anderen Teilnehmern und warmen Kleidern für die kalten Wüstennächte düsten wir los. Entgegen meinen Befürchtungen waren die Teilnehmer der Tour sowie der Guide super, wir hatten unglaublich viel Spass während der drei Tage on Tour. Wir sind durch den Kings Canyon gewandert, haben einiges über die lokale Aborigines-Kultur erfahren und haben den Uluru bei Sonnenauf- und -untergang bewundert. Geschlafen haben wir rund um’s Feuer unter dem unglaublichen Sternenhimmel, ein eindrückliches, wenn auch saukaltes Erlebnis.

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Nachdem wir den Schlafmangel nachgeholt haben, haben wir Alice Springs noch etwas genauer angeschaut. Obwohl wir viel Negatives über die Stadt in der Wüste gehört hatten, hat es uns super gefallen. Wir haben den Royal Flying Doctors Service und ein Reptiliencenter besucht und sind nach einer Woche Alice dann in den Ghan gestiegen, den Zug, der uns 1500 km nach Norden, nach Darwin brachte. Im australischen Nachtzug schliefen wir trotz Holzklasse einwandfrei und konnten am nächsten Vormittag einen Boxenstopp in Katherine mit einer Wanderung im Nitmiluk Nationalpark (Katherine Gorge) verbinden.

Aborigine-Kultur und Camper-Freunde

Die Verwaltung der Nationalparks in Australien ist speziell, da man sich insbesondere im Northern Territory meist im Land der Aborigines befindet. Nachdem die weissen Siedler den Aborigines das Land wegnahmen und ihre Kultur ziemlich zerstört haben, versucht man seit einigen Jahren, einen gemeinsamen Weg zu beschreiten. So werden die Nationalparks gemeinsam von Weissen und Aborigines verwaltet, das Land gehört dabei offiziell wieder den Aborigines, welche es aber der Nationalparkbehörde vermieten. Ganz einfach ist das wohl nicht und das ganze Aborigine-Thema ist allgemein sehr komplex und kann hier im Blog kaum abgehandelt werden. Beschäftigt hat es uns aber während unserer ganzen Australien-Reise.

In Darwin haben wir eine Nacht verbracht und holten dann unseren Camperbus ab. Mit einem Spülbecken, Gaskocher und Doppelbett ausgestattet, verfügte der Mitsubishi-Bus, fortan Rocco genannt, über alles, was wir bescheidene Camper brauchen. 4500 Kilometer haben wir mit Rocco in 21 Tagen bewältigt, von Darwin nach Broome und wieder zurück, mit Abstechern in den Geikie-Gorge, zum Lake Argyle und in den Kakadu Nationalpark.

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Dazwischen gab es oft einfach gar nichts. Es ist unglaublich, wie dünn der Nordwesten von Australien besiedelt ist. Dies nicht immer zur Freude des dadurch gelangweilten Fahrers Lukas. Man kann easy 200 oder 300 km fahren und sieht höchstens ein paar Kühe, Buschbrände und mit etwas Glück ein Känguruh. Ach ja… und noch etwas trifft man hier. Diese Ecke von Australien wird nicht wie die Ostküste von jungen europäischen Backpackern frequentiert, sondern in erster Linie von australischen Rentern in Wohnwagen; sie selber nennen sich die “Gray Nomads” oder “Viagra-Mob” (Veterans ignoring age going round Australia). Getreu dem Motto “adventure before dementia” touren diese in gut ausgerüsteten Vehikeln durchs Land. Wir haben so einige von ihnen kennengelernt und bei einem Bier irgendwo im Busch draussen die Sterne bewundert und übers Leben philosophiert.

Beachlife und Salzwasser-Krokodile

Einen längeren Aufenthalt haben wir in Broome und am Lake Argyle genossen. Broome, ein kleines, touristisches Städtchen an der Westküste verfügt mit dem Cable Beach über einen der schönsten Strände, den wir auf unserer Reise gesehen haben. Der Lake Argyle ist ein Stausee und bietet eine extrem ruhige und wunderschöne Landschaft, die wir trotz der Hitze erwandert haben.

Den Abschluss des Roadtrips bildete ein Besuch des Kakadu-Nationalparks, wo wir tiefer in die Aborigine-Kultur eintauchten, viele, viele, grosse, gefährliche Salzwasser-Krokodile sahen und ein neues englisches Wort lernten: “jumper leads”=Überbrückungskabel.

Bildergalerie Australien Outback